Wie ihr wisst, bin ich mittlerweile eigentlich jeden Tag unterwegs. Und das dank BC 100 der DB nicht gerade kurz. Jeden Tag über vier oder fünf sechs Stunden sind keine Seltenheit. Und das ist nur die einfache Fahrt, also muss man das Ganze doppelt nehmen. Wie ihr sicher öfters im IchDoof Weblog gelesen habt, rege ich mich über den Missbrauch von Parfüm auf. Aber jetzt weiß ich, warum sie das so praktizieren. Raucher machen das hier sogar noch weniger offensichtlich. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass bei einer Reise niemand Zeit hat. Also muss das Pinkeln auch schnell gehen. Dabei kann schnell etwas daneben gehen. Wie man sich vorstellen kann, ist die Nebenwirkung die Geruchsbildung. Obdachlose erkennt man daran schon aus weiter Entfernung. Wer sich nicht als Scharfschütze ausweisen kann, muss sich also mit einem Deckmantel tarnen, um nicht als Zivilist erkannt zu werden. Terroristen aus dem Orient stellen hier die Mehrheit. Parfüm ist dabei ihr Freund im Gefecht mit dem Feind, um keine Spur von Urin zu hinterlassen. Übrigens hasse ich Zivilisten, die doof in der Gegend “herumstehen” (oder herumlaufen) und andere behindern. Schlimmer finde ich allerdings, wenn sie so tun, als wären sie für die Menschheit von aller Wichtigkeit. Das äußert sich dadurch, wenn sie mit der Ein-Finger-Technik in ihre Notebooks einschlagen und ihre Amateurklasse untermalen. Mit fünf Fingern geht alles 5 Mal schneller! Wer nicht amputiert ist, verschenkt also Potential. Es wäre ja nicht sonderlich schlimm, wenn sie das leise tun würden. Aber offenbar hat ihre Tastatur von diesem Missbrauch derart Schaden genommen, dass sie bei jeder Aktion mit einem unverkennbaren Schrei des Todes reagiert. Niemand oder kaum jemand ist so von Bedeutung, als das es andere ertragen müssten. Gestern hat mich zum Beispiel ein richtig fettes Mädchen im IC nach Hamburg mit einer solch inszenierten VIP-Dramatik genervt. Also das volle Programm und mehr aus dem hier skizzierten Portrait über Bahnfahrer oder das Bahnfahren im IchDoof Weblog. Da merkt man schon, dass eine Bahncard 100 für die erste Klasse durchaus Sinn machen kann. Leider kann ich sie mir nur nicht leisten. Denn mittlerweile hat jeder die einfache Mobility der Deutschen Bahn oder auch die “Black Mamba” genannt, wie Entertainer Harald Schmidt anscheinend mal geäußert haben soll. So war zum Beispiel auch das dicke fette Mädchen mit einem bewundernswerten Selbstbewusstsein in Besitz dieser Mobilität. Dank materiellem Reichtum als Kompensation ihrer Defizite ist all das Gehabe also möglich und ihre Rücksichtslosigkeit erklärbar. Reiche können sich Unfreundlichkeit leisten. Hier braucht kein ehrliches Lächeln mehr zu zahlen. Das Telefonieren im Zug für weniger Arbeit im “echten Büro” ist übrigens auch totaler Mist. Ich höre alles und manchmal greife ich zu meiner HD Kamera, nehme das Gespräch mit all den Details auf und stelle es bei späterer Relevanz dann auch eventuell in YouTube rein. Das ist mein passiv aktiver Umgang, den ich als in der Gesellschaft agierender Mensch mit all seiner Fremdbestimmtheit pflegen muss, um nicht von den vielen anderen Opfern der Hölle auf Erden ausgeschlossen zu werden und in Einsamkeit zu sterben. Denn ich bin leider nicht reich und bin daher auf jeden einzelnen Menschen angewiesen.
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