Stück 77 von 81 Stücken aus dem im September 2009 erschienenen Buch Die Liebe zu Gott: Das Prinzip der Hoffnung von Ngai Chun Cheung: Die Kirche bat Amsterdam darum, für sie ein paar schöne Bilder zu malen. Denn die Menschen brauchten sie, um die Inhalte verwerten zu können. Er lieferte sie noch am nächsten Tag ab. In der Nacht hat er nicht geschlafen, damit sie nicht lange darauf warten mussten. Er hat nichts dafür verlangt und stellte nur die einzige Bedingung, seine Werke mit seinem Namen unterschreiben zu dürfen. Doch damit waren sie nicht einverstanden. Seine Kinder durften ihrer Ansicht nach keinen anderen Schöpfer neben Gott kennen. Amsterdam war sehr arm, aber er wollte kein Geld, sondern wünschte nur, der Vater seiner Kinder zu sein. Denn sie haben die ständige Gemeinschaft mit ihrem Erschaffer gebraucht, um die Menschen in sein Zuhause führen zu können. Es gab nämlich eine Kluft zu überbrücken, die sie von ihm trennte. Doch man hat ihm nicht mal seinen eigenen Namen gegönnt. Die Kirche wollte das Monopol, alle Menschen miteinander zu verbinden und sie unter ihrer Herrschaft zu ihren Gläubigern werden zu lassen. Denn an diesen Leuten hing ihre Existenz ab. Sie haben versucht, ihn von allen Seiten unter Druck zu setzen und er sah in ihnen nicht mehr diese friedfertigen Menschen, die er aus den Erzählungen von Gloria kannte. In Wirklichkeit gab es eine dunkle Seite der Macht. Im wahrsten Sinne des Wortes. Dabei war sie nur im Dienst der Vernunft der Allgemeinheit erlaubt. Niemand hat darüber geredet, aber die Menschen veränderten sich, wenn sie die Kontrolle über andere bekommen haben. Sie hatten kein Bewusstsein für ihre Grenzen. Alle haben aber gerne beim Bau dieser großen Pyramide geholfen, denn je weiter oben sie als Teil der Macht standen, desto weniger Gewicht mussten sie auf ihren Schultern tragen, um sicher in den Himmel zu gelangen. Im Fahrstuhl wären sie sonst den Verrückten ausgeliefert. Eine andere Wahl gab es für sie nicht, denn sie mussten stur ihren Weg folgen, um irgendwann an irgendeinem Ort ankommen zu können. Die Welt wäre sonst zusammengebrochen, die so erhaltenswert war, weil dort bis auf ein paar Kleinigkeiten alles funktionierte, die sie jedoch ertragen haben, um am Leben teilzunehmen. Dabei hätten sie sich mit jeder weiteren Generation der Welt nähern können, in der sie nichts mehr hinnehmen mussten, weil alles schön war. Doch so weit wollten sie erst gar nicht gehen. Er war sicherlich nichts besseres, aber manchmal hat er sie alle vielleicht nur ein bisschen mehr verstanden.
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