Stück 72 von 81 Stücken aus dem im September 2009 erschienenen Buch Die Liebe zu Gott: Das Prinzip der Hoffnung von Ngai Chun Cheung: Der Glaube war eine Hingabe des Geistes an eine Vorstellung von Wahrheit. In der Zivilisation haben viele von ihnen an keinen Gott geglaubt. Die Konflikte haben sich selten von selbst gelöst und die wenigen Glücksmomente haben sie nicht dem Herrn zugeschrieben. Damit waren sie eine Pflanze in einer Vase ohne Wurzel und Dauer. Zu jeder Zeit haben sie nur an sich selbst geglaubt. Wenn sie mit Glauben gesegnet waren und unter den Schafen einen Dummen erwischt hatten, haben sie ihren Glauben verloren gegeben. Denn wenn sie den Glauben an eine Person verlieren, so haben sie noch mehr den Glauben an die Allgemeinheit verloren. Der Wille zum Glauben ist aber nie ganz verloren gegangen, selbst wenn sie den Glauben an Gott verlieren. Er gehörte zu den Grundlagen und Grundfesten des Lebens. Die alten Kirchen waren eher mehr ein Anziehungspunkt für Touristen und nicht die Botschafter ihrer Hoffnung. Aber nicht jeder besaß genug Disziplin, all die Dinge in ihrem Leben ohne Beistand zu bewältigen. Deshalb inszenierten sie Veranstaltungen, die den Gästen dieser Motivationskurse gegen eine kleine Spende in den Hintern getreten haben. Sie haben nahezu jeglichen Glauben verloren, als sie die Probleme ihrer Welt gesehen haben. Sie wurden immun und haben sich verschlossen. Sie hatten angefangen, ein Stück Land mit einem Zaun zu umgeben und ihren Besitz daran zu erklären. Sie haben Leute gefunden, die ihnen geglaubt und damit ihre Gesellschaft begründet haben. Glaube war gleichbedeutend mit Überzeugung. Viel Elend wäre erspart geblieben, wenn sie die Pfähle ausgerissen und den Betrügern keinen Glauben geschenkt hätten. Er war zwar die Säule, die das Dach vor dem Einstürzen bewahrt hat, aber zugleich auch die Lücke in der Kathedrale, die von den Nagetieren ausgenutzt wurde. Der Glaube an das Gute machte manche von ihnen blind. Als Voraussetzung für Gesellschaft war er aber wichtig, um von einer Wahrheit überzeugt zu sein, da es richtig und falsch geben musste, damit sie sich mit ihren Vorstellungen nicht in die Quere kommen.
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