Skizzen auf Toilettenpapier (Stück 289)

Stück 289 von 463 Stücken aus dem im Februar 2008 erschienenen Buch Skizzen auf Toilettenpapier von Ngai Chun Cheung: Im alten Bus sehe ich diesen Schnee, den ich bisher noch nie in diesen Mengen gesehen habe, doch es ist wieder warm geworden, hoffentlich schmilzt es nicht allzu schnell, damit dieser Gespräch unterbrechende Kuss lange anhält, damit ich nicht nur die im Schweigen ruhenden Reste, sondern die volle Pracht des letzten Winters an diesem Ort bestaunen kann. Die Fernfahrer, die sich mit einem aus Blech bestehenden Namensschild an der Frontscheibe zu ihrem Beruf bekennen, kann ich während der Fahrt unbeschwert begutachten, im Stau lassen sie sich, obwohl die Zuschauer unfähig sind, alles zu erkennen, gerne beobachten, manche stellen ihre Füße zur Schau, brechen damit alle Verhaltensregeln, machen dadurch neue Regeln, rauchen, und andere kochen uns einen Kaffee, herrlich diese Genügsamkeit, die ihr natürlicher Reichtum darstellt, am liebsten würde ich sie wegen ihrer Besonderheit, ihrer Bekanntschaft mit der Bescheidenheit einzeln portraitieren, doch ich habe zur Erfüllung eines Bildungsauftrags das unendliche Bild gegen das begrenzte, dadurch erst verständliche und damit unheilvolle Wunden ziehende, aber nur selten heilsame Wort getauscht, eine alles fassende Unendlichkeit gegen eine Endlichkeit, um nicht lang in einem Exzess herumzuirren, der eine künstliche Armut werden kann.

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